Unsere dirigenten

Reinhold Kühlmann (1955 - 1989)

Reinhold Kühlmann kommt aus einer musikalischenFamilie. Diese ermöglicht ihm das Studium der Musik an der staatlichen Musikhochschule in Stuttgart mit dem Hauptfach Klavier, das er 1953 als staatl. geprüfter Musiklehrer abschließt. Nachdem in Heilbronn schon immer Musiklehrer zur Verfügung standen, versuchte Reinhold Kühlmann es leintalaufwärts in Schwaigern. Er hat hier bald eine größere Zahl von Klavier-, Akkordeon- und Ziehharmonikaspielern in Ausbildung. Aus diesen Schülern bildet er 1954 eine erste Akkordeon-Gruppe, die er später bei der Gründung des Musikvereins als Abteilung mit einbringt.
Obwohl das Ende des zweiten Weltkrieges noch keine 10 Jahre her ist, wird das Bedürfnis nach musikalischer Ausbildung vor allem der Kinder auch in Schwaigern rasch größer. Kam Reinhold Kühlmann in der Anfangszeit noch mit dem Fahrrad von Großgartach nach Schwaigern gefahren, so konnte er sich bald eine BMWIsetta leisten, mit der er nicht nur schnell in Schwaigern war, sondern auch gern einen Abstecher nach Lauffen a.N. ins Gasthaus „Falken“ machen konnte, wo er seine Frau Edith kennen gelernt hat. 

Als Bürgermeister Hellmut Zundel zur Gründung einer Stadtkapelle aufrief, hatte er Reinhold Kühlmann als Dirigenten bereits fest im Visier. Obwohl dieser selbst eher den Tasteninstrumenten nahe stand, übernahm er diese Aufgabe ohne zögern. Konnte er sich doch der tatkräftigen Mithilfe seines Vaters, der zu dieser Zeit selbst Dirigent der Blaskapelle des Musikvereins Großgartach war, sicher sein. 
So kam es auch nicht von Ungefähr, dass Großgartach bei der Vereinsgründung des Musikvereins Stadtkapelle Schwaigern die Patenschaft übernahm. 

In den ersten Jahren ist das Leben als Musiklehrer nicht immer einfach. Ab dem frühen Nachmittag bekommen die Kinder in Schwaigern Einzelunterricht in Klavier und vor allem Akkordeon, dem Hobby-Instrument von Reinhold Kühlmann. Als studierter Musiklehrer war man ein geachteter Mann und wenn so ein wichtiger Mann zum Unterricht ins Haus kam, war klar, dass man das Wohnzimmer, das sonst nur am Sonntag bewohnt wurde, zurecht machte. Darüber hinaus war es selbstverständlich, dass dem Musiklehrer ein Glas Wein angeboten wurde und bei der steigenden Zahl von Unterrichtsstunden konnte diese Gastfreundschaft auch ganz schön anstrengend sein. Anfang der 70er Jahre wurde alles anders. Reinhold Kühlmann begann mit Gruppenunterricht. Während beim Einzelunterricht sehr individuell auf den Schüler eingegangen werden kann, hat der Gruppenunterricht Vorteile bei der Motivation. Dazu ist der Gruppenunterricht kostengünstiger als der Einzelunterricht und das bewirkte, dass der Musikunterricht plötzlich für alle erschwinglich wurde. Aus dem Einzelunternehmen wurde die Musikschule Kühlmann und als wichtigste Mitarbeiterin konnte Reinhold Kühlmann seine Ehefrau Edith gewinnen.
So hatte Schwaigern schon lange bevor landauf landab staatlich geförderte Musikschulen ins Leben gerufen wurden eine gut funktionierende Musikschule, in der hunderte von jungen Menschen das Musizieren mit Melodica und Akkordeon, später auch mit dem Keyboard erlernten. Das Erfolgsrezept hat er später dann in Großgartach und in Brackenheim weitergeführt und so war Reinhold Kühlmann in den 80er Jahren mit seinen Akkordeon-Orchestern aus Schwaigern, Großgartach und Brackenheim einer der erfolgreichsten Dirigenten im Bezirk „Unterer Neckar“ des Harmonikaverbandes.

Die Erfolge beschränkten sich nicht nur auf die Vielzahl der Musikschüler sondern besonders herausgehoben werden müssen seine musikalischen Erfolge, die er mit diesen Orchestern erzielte, so z.B. 1980 mit dem Schwaigerner Orchester beim Wertungsspiel des Bezirks in Heilbronn-Horkheim einen 1. Platz mit der Note „hervorragend“ und dem Ehrenpreis der Stadt Heilbronn.
Daneben zeichnete Reinhold Kühlmann natürlich weiterhin für die Qualität der Stadtkapelle und die Ausbildung der Jugendblaskapelle verantwortlich. Dazu übernahm er in jungen Jahren noch den Männergesangverein Liederkranz Schwaigern als Dirigent und aus diesem heraus bildete er das „Wengerterquartett“ das einzigartig in der Lage war, den Weinort Schwaigern auch nach außen hin zu repräsentieren. Als er dann auch noch den Männergesangverein Großgartach als Dirigent übernahm wurde es eng mit den Terminen und freien Abenden. So wurde Reinhold Kühlmann weit über die Landesgrenzen hinaus als Dirigent bekannt. Zahlreiche Ehrungen der Landesverbände und Vereine zeugen von der Anerkennung, die ihm zuteil wurde. Sie alle hier aufzuführen, würde den Rahmen dieser Dokumentation sprengen.
1988, kurz vor seinem 65. Lebensjahr bat er darum, die Blaskapelle in jüngere Hände zu geben und so durfte er den Dirigentenstab nach über 33-jähriger Tätigkeit in die Hand seines Nachfolgers Otto Kotsch geben.
Auch im Akkordeon-Ochester strebt er einen Wechsel an und übergibt das Amt des Dirigenten 1992 an seinen langjährigen Schüler Günter Lehrich.
Selbstverständlich, dass sowohl Blaskapelle als auch Akkordeon-Orchester Reinhold Kühlmann zu ihrem Ehrendirigenten ernennen und beim Festakt zum 40-jährigen Jubiläum des Vereins 1995 greift er zu später Stunde noch einmal zum Dirigentenstab, bittet das Akkordeon-Orchester auf die Bühne und dirigiert eines seiner Lieblingsstücke, einen Walzer von Johann Strauß „An der schönen blauen Donau“. So ist der „aus Großgartach zugereiste“ Reinhold Kühlmann schon lange in Schwaigern eine feste Institution, die aus dem kulturellen Leben und aus der kulturellen Entwicklung nicht wegzudenken ist. Er war für Generationen von Musikerinnen und Musikern ein Eckstein in der musikalischen Ausbildung und mit seiner christlichen Lebensweise allen ein Vorbild. So schätzt sich der Musikverein glücklich, Reinhold Kühlmann als einen der Unseren nennen zu können. Wie jung ihn die Musik gehalten hat, durften Blaskapelle und Akkordeon-Orchester bei seinem 80. Geburtstag feststellen, wo natürlich beide Orchester ein Geburtstagsständchen für den Ehrendirigenten spielten. Als er 2008 verstarb, ging ein mit Musik erfülltes Leben zu Ende.

 

Otto Kotsch (1989 - 2002)

Er ist in Schwaigern kein Unbekannter, hatte doch sein Vater bei der Gründung des Streichorchesters in den fünfziger Jahren mitgewirkt und damals ab und zu seinen Sohn als Geiger zur Probe mitgebracht. Otto Kotsch führt die musikalische Entwicklung der Blaskapelle fort und debütiert 1989 beim Frühjahrskonzert in der Sonnenberghalle mit viel Erfolg. Im Jahre 1991 erreicht er beim 23. Kreismusikfest in Weinsberg mit der Blaskapelle in der Mittelstufe einen ersten Rang mit Belobigung. Gleichzeitig wird er als Dozent an der Musikschule Schwaigern e.V. tätig und versucht, die Ausbildung der Jungmusiker in Kooperation zwischen Musikverein und Musikschule zu gestalten. Leider ist dem Projekt nach anfänglichen Hoffnungen kein Erfolg beschieden. 1997 übernimmt er auch die Jugendblaskapelle und erreicht mit ihr ein beachtliches Niveau.
Leider kommt es im Jahre 2002 bei der Frage, wie die Jugendlichen in das Blasorchester zu integrieren sind zu Meinungsverschiedenheiten, die Otto Kotsch, der zwischenzeitlich hauptberuflich als Leiter einer Musikschule in Sinsheim tätig ist, zum Anlass nimmt, seine Arbeit beim Musikverein zu beenden. Eine weitere erfolgreiche Aera ging damit zu Ende.

 

Gerd Nagel (2002 - 2006)

Mit ihm findet der Verein einen guten Nachfolger. Er ist seit vielen Jahren als Dirigent tätig. Die Grundsteine seines aktiven Wirkens hat er in der Nachbargemeinde Schluchtern gelegt.
Daneben konnte er noch bei zahlreichen weiteren Vereinen große Erfolge erzielen. Sein musikalischer Schwerpunkt liegt eindeutig bei guter Unterhaltungsmusik und er besticht nicht nur durch das Herausarbeiten aller Nuancen, sondern beeindruckend ist auch seine Kreativität, die ihn regelmäßig dazu bringt, die Blasmusik mit allen Elementen des Showgeschäfts zu bereichern.
Er versteht es, Jugendblaskapelle und Blasorchester zusammenzuführen und so kann er zum Jubiläum ein über 40-köpfiges Orchester präsentieren, das zusammen mit dem Akkordeon-Orchester ein ganz besonderes Jubiläumskonzert bietet.
Ende 2006 kündigt Gerd Nagel. Sein Nachfolger wird

 

Matthias Schmidt (2006 - 2010)

Matthias Schmidt geht aus den eigenen Reihen hervor. Zunächst war er Saxophonspieler und ging mit viel Schwung und Elan das neue Amt als Dirigent an. Weil er sich aber beruflich nach München verändert, kann er diese Tätigkeit ab Mitte 2010 nicht mehr ausüben. Erneut ist die Vorstandschaft gefordert, die schnell einen Nachfolger für Matthias Schmidt findet: 

 

Alexander Betz (von 2010 bis 2016) 

Von September 2010 bis 2016 steht Alexander Betz als Dirigent vor dem Blasorchester. Er ist ein begeisterter Musiker, der mehrere Instrumente spielt und der viel Freude an der Unterhaltungsmusik hat. Doch die Erfolge muss er sich hart erarbeiten. Das Blasorchester ist in die Jahre gekommen, viele Musiker spielen seit der Vereinsgründung im Orchester mit. Wir haben in der Jugendblaskapelle zwar eine Reihe guter Musiker, die sich aber zum großen Teil zieren, beim Blasorchester mit zu spielen. Wer diese Chronik aufmerksam liest, wird feststellen, dass dieses Problem den Verein seit seiner Gründung laufend beschäftigt. 

 

Christoph Lichdi ab 2016

 

Seit März 2016 leitet Christoph Lichdi das Blasorchester. Als Assistent des Chefdirigenten und Studienleiter an der Staatsoperette Dresden dirigierte er zahlreiche Orchester, wie z.B. die Würzburger Philharmoniker, die Nürnberger Symphoniker, das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, das Orchester der Staatsoperette Dresden, das Kurpfälzische Kammerorchester Mannheim, das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim u.a. Familiäre Bindungen haben ihn mit seiner Familie ins Unterland gebracht, wo er mit großem Erfolg dem Blasorchester des Vereins neue Impulse gibt. 

 

Heinz Riek (1975 - 1990)

Er übernimmt 1975 die musikalische Leitung der Jugendblaskapelle von Reinhold Kühlmann. Er hat einen ausgezeichneten Draht zu den Jugendlichen und kann sie für die Blasmusik begeistern.
Neben vielen anderen Aktivitäten unternimmt er mit den Jugendlichen Ausflüge zum Freizeitpark Rust, organisiert vor Jugendkritikspielen Übungswochenenden auf dem Gaffenberg und zeigt sich und die Jugendblaskapelle vor allem beim Tag der Hausmusik in der Sporthalle von seiner besten Seite. Unter ihm erreicht die Jugendblaskapelle ein beachtliches Niveau. Es gelingt ihm, die Spieler dazu zu bewegen, sowohl bei der Jugendblaskapelle als auch beim aktiven Blasorchester zu spielen. So sorgt er beständig für musikalischen Nachwuchs und erfüllt damit eine der wichtigsten Aufgaben im Verein. 1990 übergibt er die Jugendblaskapelle an 

 

Thomas Schulz (1990 - 1995) 

 

1992 nimmt die Jugendblaskapelle am Jugendkritikspiel in Obereisesheim teil und wirkt erstmals beim Kirchenkonzert mit. Er setzt 1993 die Serie der Gaffenberg-Probenwochenenden fort. Durch Heirat und Umzug verlegt er seinen Lebensmittelpunkt nach Massenbachhausen und stellt deshalb 1995 sein Amt zur Verfügung. Dies wird bis 2002 von Otto Kotsch übernommen. Gerd Nagel integriert 2003 die Jugendblaskapelle in das aktive Orchester und Andreas Geng beginnt 2003 mit einer neuen Jugendblaskapelle, die sich rasch fortentwickelt und bald für weiteren Nachwuchs beim Blasorchester sorgen wird.

 

Andreas Geng (2003 - 2007)

Beim 50-jährigen Jubiläum kann Andreas Geng stolz die stattliche Jugendblaskapelle zeigen. Da er 2005 das Akkordeonorchester übernimmt, stellt er sein Amt zur Verfügung.

Claudia Straub (2007 - 2015)

Mit Claudia Straub findet der Verein ab Juni 2006 ein hoch qualifizierte Dirigentin. Sie ist zunächst auch als Dozentin bei der Musikschule Schwaigern tätig und es gelingt ihr eine neue Jugendblaskapelle aufzubauen. Durch ihre Art und eine auf die Altersstruktur ausgerichtete Literaturauswahl gelingt es ihr, die Jugendlichen für die Blasmusik zu begeistern. Schon bald ist die Jugendblaskapelle ein fester Bestandteil bei den Konzerten des Vereins. Nach nahezu 10 Jahren sind aus den Kindern junge Erwachsene geworden. Dadurch steht auch in der Jugendblaskapelle ein Generationswechsel an. Nach dem Jubiläumskonzert 2015 verabschiedet sich Claudia Straub.

 

Michael Heiss (ab 2015)

Im Mai 2015 übernimmt Michael Heiss die Jugendblaskapelle und leitet diese bis zum Februar 2016, wo die Jugendblaskapelle in das Blasorchester des Vereins integriert wird. Im Mai 2016 beginnt Michael Heiss mit einer neuen Jugendblaskapelle, ab September 2016 leitet er in der Sonnenberg-Grundschule die erste Bläserklasse des Musikvereins. 

Günter Lehrich (1992 - 2005)

seit 1956 Schüler von Reinhold Kühlmann, mit dem er gemeinsam über Jahre hinweg das Akkordeon-Orchester durch alle Höhen und Tiefen hindurch begleitete. Bis zum Jahr 1989 war er Obmann des Orchesters und hatte sich 1990 kurzzeitig aus dem Orchester zurückgezogen, weil er glaubte, Beruf und Hobby nicht mehr unter einen Hut zu bringen. 1992 bat ihn Reinhold Kühlmann seine Nachfolge als Dirigent im Akkordeon-Orchester anzutreten. Ohne jegliche Ausbildung zum Dirigent, dazu beruflich sehr in Anspruch genommen zögerte er lange, das Amt zu übernehmen.
War es sein Herzblut, das am Orchester hing, oder die tiefe Dankbarkeit, die er seinem langjährigen Musiklehrer und Weggefährten gegenüber empfand? Auf alle Fälle wagte er nochmals den Spagat zwischen Beruf, Familie und Hobby und übernahm bei der Generalversammlung 1992 den Dirigentenstab von Reinhold Kühlmann. Vor allem die ersten Jahre waren geprägt von akuter Personalnot. Nachwuchs kam nur noch sehr spärlich und so besann er sich auf die ehemaligen Mitglieder des Orchesters und gründete ein „Evergreen-Orchester“, das doch einige Ehemalige wieder zurück brachte. Leider war dem Evergreen-Orchester kein dauerhafter Erfolg beschieden, das Akkordeon-Orchester profitierte dennoch davon, denn eine nicht unwesentliche Zahl von Spielerinnen und Spielern wechselte dann ins Orchester über. Neben Serenaden– und Kirchenkonzert iniziierte er auch Konzertreisen ins Elsass, an den Bodensee und in den Schwarzwald. Im Jubiläumsjahr 2005 steht das Orchester mit mehr als 30 Aktiven gut da und beim Jubiläumskonzert wird das Akkordeon-Orchester experimentell mit Bläsern und Streichern zum kleinen Sinfonieorchester erweitert. Nach 13 Jahren Dirigententätigkeit im Akkordeon-Orchester übergibt er beim Serenadenkonzert 2005 den Stab an Andreas Geng.

 

Andreas Geng (ab 2005)

Als gelernter Instrumentenbauer und durch das Studium zum Lehramt mit dem Hauptfach Musik gibt er dem Akkordeon-Orchester neue musikalische Akzente. Obwohl er nie Akkordeonspielen gelernt hat, stand er dem Orchester schon seit 1980 abwechselnd als Trompeter, Schlagzeuger, Gitarrist und Keyboarder zur Verfügung. Während seiner Zeit zeigt sich das Akkordeon-Orchester erstaunlich stabil und kann 2012 bereits die ersten beiden selbst ausgebildeten Schülerinnen im Orchester aufnehmen. Andreas Geng ist zudem noch als Ausbilder für die Instrumente Keyboard, Trompete und Schlagzeug tätig. 

 

Martina Müller (ab 2004)

Von 2004 bis 2016 ermöglichte Martina Müller Akkordeon-Spielern den Wiedereinstieg in das Gruppenmusizieren. Zwischenzeitlich ist die Gruppe auch ein Sprungbrett für Akkordeonschüler um sie auf den Übergang ins Orchester vorzubereiten. Seit 2006 nennt sich die Gruppe "Tastenflitzer". In den zwischenzeitlich in Schwaigern und Umgebung zahlreich vorhandenen Alten- und Pflegeheimen ist die Gruppe ein ebenso gern gehörter Klangkörper, wie beim Konzert "Schöne Stunden mit Musik".Im September 2016 übergab sie die Leitung der Tastenflitzer an Andreas Geng.